Schüchterne Menschen und Beziehungen

Was ist eigentlich ein Problem? Ein Problem ist eine sehr subjektive Sache. Zwei Menschen weichen in der gleichen Weise von der Norm ab. Der eine leidet darunter, der andere möchte seine kleinen oder größeren Eigenheiten nicht missen. Ein Problem wird die Sache immer dann, wenn jemand darunter leidet. Entweder der betroffene Mensch selbst oder seine Mitmenschen. So gut es etwa sehr dominante Menschen. Lebt ein solcher Mensch in einem Umfeld, wo genau dieser Charakterzug benötigt wird, dann muss kein Problem daraus werden. Vielleicht wird irgendwo ein lautstarker Anführer gebraucht. Dann passt die Sache hervorragend.

Und dann gibt es auch schüchterne Menschen. Viele Ratgeber sind geschrieben worden, um einen solchen Charakterzug zu verändern. Aber muss Schüchternheit denn immer verändert werden. Vielleicht hat das auch einen gewissen Charme, eine Anmut, die man nun bei dominanten Menschen vergeblich suchen müsste? Und vielleicht passen dominante und schüchterne Menschen auch gut zusammen? Schüchterne Frauen in Beziehungen müssen an ihrer Lebenssituation nicht notwendigerweise leiden. Was ist, wenn man genau für diesen Charakterzug so sehr geliebt wird? Wir leben in einer Zeit, in der alles optimiert werden soll. Aber bedeutet das nicht auch, dass wir uns alle immer ähnlicher sein sollen? Machen nicht gerade diese kleinen Unterschiede und vermeintliche Schwächen unsere Einzigartigkeit aus? Ist es wirklich immer gleich nötig, sich einen Coach zu suchen, damit wir uns verändern? Vielfalt bedeutet, dass wir unterschiedlich sind. Wir können diese Unterschiede an uns allen schätzen lernen und einen Gewinn daraus ziehen, damit umzugehen. Und so sind weder dominante Männer, noch devote Frauen ein Problem. Solange es eben mit dieser Situation kein Problem gibt. Aber das liegt vor allem in der Beurteilung der betroffenen Personen.