Psychologie: Bondage-Praktiken und ihre Hintergründe

Dominating beauty in handcuffsPsychologie: Bondage-Praktiken und ihre Hintergründe

Unter Bondagen werden Praktiken und Spielzeuge im BDSM bezeichnet, bei denen ein Partner fixiert und in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Während es in der Szene unter anderem als Kunstform angesehen wird, wirken die Fesselspiele für Außenstehende eher unverständlich.

Lust und Schmerz:
Wie bei anderen Praktiken auch muss man beim Bondage unterscheiden, ob es zur Luststeigerung eingesetzt wird oder ob es dem Partner Schmerzen zufügen soll, wobei auch die Schmerzen für einigen Gefesselten eine Form von Luststeigerung darstellt.
Wenn ein Bondage als Bestrafung eingesetzt wird bzw. Schmerzen zufügen soll, dann werden in der Regel einzelne Gliedmaßen oder die Genitalien des Partners eingeschnürt, wodurch nicht nur die Bewegung eingeschränkt wird, sondern sich auch das Blut in den eingeschnürten Bereichen sammelt und nicht richtig abfließen kann. Da so eine Fesselung nicht ungefährlich ist und bei falscher Handhabung auch körperliche Schäden wie das Absterben der Gliedmaßen auslösen kann, sind Dominas dazu angehalten, die Kunst des Bondage in speziellen Weiterbildungen zu lernen.
Eine Lust steigernde Fixierung ist dagegen weniger schmerzhaft, sondern dient hauptsächlich der Ästhetik. Viele Gefesselte sagen, dass sie die Fesseln überhaupt nicht unangenehm bemerken, wenn eine Bondage richtig gebunden wird.

Bewegung und Entscheidung:
Wie auch Spiele mit Natursekt sind Fesselungen eine Frage des Vertrauens. Der Partner, der eingeschnürt wird, muss darauf vertrauen können, dass sein Gegenüber die Situation nicht ausnutzt. Aber viele Gefesselten suchen eben diese Form von Nervenkitzel, um abschalten zu können. Denn indem ihnen die Möglichkeit zur Bewegung genommen wird, können sie nicht selber entscheiden, wann sie gehen sollen, sodass sie einfach nur in ihrer Fixierung verharren können und darauf warten müssen, was mit ihnen passiert. Menschen in Führungspositionen finden diese kurzzeitige Übertragung ihrer Entscheidungsgewalt beispielsweise an eine Domina darum auch als sehr entspannend.

Sehen und gesehen werden:
Ein weiterer Aspekt bei den Bondagen, den viele Menschen nicht verstehen können, ist die Beachtung der Gefesselten. Denn anderes als bei Praktiken mit Natursekt, wird den Partnern, die eingeschnürt werden, viel Aufmerksamkeit zugedacht. Bei einem professionellen Bondage kann bereits der Vorgang des Fesselns im BDSM mehrere Minuten in Anspruch nehmen, in denen der Gefesselte die volle Aufmerksamkeit seines Partners genießen kann. Darüber hinaus werden Fesselspiele auch häufig im Rahmen von SM-Partys oder Sessions im Studio dazu verwendet, um die Gefesselten öffentlich auszustellen. Die eingeschnürten Partner werden dabei quasi zu Kunstobjekten, die bewegungslos verharren müssen, während Zuschauer die kunstvollen Fesselungen oder die ungewöhnlichen körperlichen Stellungen betrachten können. Dadurch stehen die Gefesselten im Fokus der Aufmerksamkeit vieler Leute, was in ihnen einen Wunsch nach Beachtung befriedigt und sie auch durch den öffentlichen Faktor sexuell erregt.